The Leadership Skill AI Can’t Replace – Warum bessere Fragen zur Führungsaufgabe werden
Shownotes
In dieser Folge von KI-Vordenker geht es um den MIT-Sloan-Beitrag „The Leadership Skill AI Can’t Replace: Asking Better Questions“. Im Mittelpunkt steht Hal Gregersen, der seit vielen Jahren erforscht, wie Führungskräfte durch bessere Fragen Innovation, Reframing und Zusammenarbeit ermöglichen. Der Text ist besonders relevant, weil er KI nicht als Bedrohung für Führung inszeniert, sondern als Werkzeug, das eine genuin menschliche Führungsfähigkeit stärken kann: die Fähigkeit, bessere Fragen zu stellen.
Der Beitrag passt sehr gut zur Idee des Strategischen Promptings. Denn strategische KI-Nutzung beginnt nicht mit der perfekten Antwort, sondern mit der Fähigkeit, das Problem richtig zu rahmen: Was ist eigentlich die Herausforderung? Welche Annahmen stecken dahinter? Welche Perspektiven fehlen? Wo denken wir zu taktisch, obwohl die Frage strategisch ist?
Gregersens „Question Burst“-Ansatz bringt genau diese Logik in eine einfache Methode: Für wenige Minuten werden nur Fragen gesammelt — keine Antworten, keine Erklärungen, keine vorschnellen Lösungen. Erst dadurch entsteht Raum für neue Sichtweisen. In der KI-Variante wird das besonders interessant: Menschen starten mit ihren eigenen Fragen, die KI erweitert anschließend den Denkraum. Damit bleibt Führung im Zentrum, während KI als Denkpartner eingesetzt wird.
Diese Folge ist deshalb ein guter Gegenpol zu vielen eher defensiven Management-Debatten über KI. Die Botschaft lautet nicht: „Führung wird ersetzt.“ Die Botschaft lautet: Führung verändert sich — und die Fähigkeit, bessere Fragen zu stellen, wird wichtiger.
Transkript anzeigen
00:00:00: Stellen Sie sich mal eine Intervention für Ihr Management-Team vor, die exakt drei Minuten dauert.
00:00:08: Und die vor allem absolut keinen Cent kostet?
00:00:11: Richtig!
00:00:12: Eine Maßnahme, die in eighty-fünf Prozent der Fälle komplett verändert wie Ihr Unternehmens wirklich größtes am meisten frustrierendes Problem löst.
00:00:21: Aber da gibt es doch einen ziemlich massiven Haken oder?
00:00:24: Genau
00:00:24: – Der Haken ist Während dieser drei Minuten darf wirklich niemand, absolut niemand im Raum auch nur eine einzige Lösung vorschlagen.
00:00:33: Das widerspricht ja allem was wir in Management so gelernt haben?
00:00:36: Absolut!
00:00:37: Damit wir kommen bei KI-Vordenker Kuratizerin Dr.
00:00:40: Peter Schopf.
00:00:41: schön dass ihr dabei sind.
00:00:42: Hallo auch von meiner Seite.
00:00:43: Wenn Sie unsere aktuelle Sonderausgabe gehört haben also die mit dem Titel alle prompten kaum jemand plant dann wissen sie ja wo wir gerade stehen.
00:00:50: Wir sind an einem echten Wendepunkt angekommen.
00:00:53: Ja genau Generative KI hat einfach dazu geführt, dass Kohärente wirklich klug klingende Antworten zu einer absoluten Massenware geworden sind.
00:01:04: Antworten kosten nichts mehr!
00:01:06: Und das bedeutet im Umkehrschluss, dass das eigentliche Nadelöhr für strategischen Erfolg jetzt ein völlig anderes ist?
00:01:13: Nämlich die Frage... GenerativeKI ist da quasi wie so'n hochgezüchteter Sportwagen finde ich.
00:01:20: Die Maschine is der Motor.
00:01:21: Der bringt uns rasend schnell vorwärts Ohne das Lenkrad, also unsere Fragen und ohne dass Navi unseren strategischen Kontext.
00:01:31: Da fahren wir halt nur umso schneller direkt in die falsche
00:01:33: Richtung.".
00:01:34: Das ist ein starkes Bild!
00:01:35: Und genau da setzt unser Thema heute an – Wir betrachten einen hochaktuellen Beitrag der MIT Sloan Executive Education vom März-Zweißundzechsundzwanzig
00:01:46: Von.
00:01:46: Hall.
00:01:46: Gregor sind richtig
00:01:47: Richtig.
00:01:48: Hall Gregorzen, ein Digital Fellow am MIT!
00:01:52: Der Beitrag trägt den sehr treffenden Titel The Leadership Skill AI Can't Replace – Asking Better Questions Also die
00:02:00: Führungsfähigkeit, die KI nicht ersetzen kann?
00:02:03: Bessere Fragen stellen
00:02:04: Genau.
00:02:05: Gregorsen argumentiert da sehr nüchtern.
00:02:07: Er sagt in Zeiten extremer Unsicherheit sind die Fragen selbst oft die eigentlichen Antworten.
00:02:13: Unsere Mission für die nächsten Minuten ist damit also klar Wir wollen für sie aufschlüsseln, wie Sie als Führungskraftgenerative KI nutzen können und zwar nicht um Ihr Denken an die Maschine auszulagern...
00:02:24: ...sondern um den eigenen strategischen Kontext zu schärfen.
00:02:27: Ganz genau!
00:02:28: Aber bevor wir uns ansehen, wie KI dabei hilft, müssen wir glaube ich kurz klären warum wir diese Fähigkeit überhaupt noch trainieren müssen?
00:02:35: Ich meine unser Gehirn ist doch eigentlich auf's Problemlösen programmiert.
00:02:38: Ist es ja.
00:02:39: Ja um.
00:02:40: Also warnt das MIT davor dass unsere sogenannte Fragemuskel verkümmert.
00:02:45: Na ja, der Feint hier ist nicht irgendwie eine dystopische Über-KI die uns das Kommando entreist.
00:02:52: Es ist ein sehr menschliches Phänomen –
00:02:56: kognitive Bequemlichkeit!
00:02:59: Unser Gehirn ist im Grunde eine Maschine zur Energieeinsparung.
00:03:02: Wenn ein Problem auftaucht, suchen wir instinktiv nach dem schnellsten Weg um dieses unangenehme Gefühl der Unwissenheit loszuwerden….
00:03:10: Ah, diese kognitive Dissonanz.
00:03:12: Richtig!
00:03:13: Und wenn wir jetzt ein KI-System haben das uns in sagen wir zwei Sekunden eine Antwort liefert die zu Achtzig oder Neunzig Prozent Plausibel klingt dann belohnt uns unser Gehirn sofort
00:03:24: Weil wir denken Wir haben die Lösung fallabgeschlossen.
00:03:27: Exakt Das türkische daran ist eben diese Achtzigprozentige Plausibilität.
00:03:32: Die Antwort klingt extrem selbstbewusst Formal ist alles korrekt?
00:03:36: Das kenn ich.
00:03:37: Man wird dann total verleitet, die fehlenden zwanzig Prozent einfach zu ignorieren.
00:03:42: Genau diese zwanzich Prozent Nuancen, die in einer komplexen Unternehmensrealität aber über Erfolg oder Misserfolg entscheiden.
00:03:48: Wir hinterfragen den Status Quo nicht mehr weil es sich so anfühlt als hätten wir die harte intellektuelle Arbeit schon erledigt.
00:03:55: Und das ist genau dieser schleichende Prozess den Gregorston in den Führungsetagen beobachtet.
00:04:01: Manager verlernen regelrecht die Prämisse eines Problems anzugreifen
00:04:04: Weil die Maschine, die Prämisse als gegeben hinnimmt und direkt eine fertige Strategie ausspuckt.
00:04:09: Richtig!
00:04:10: Und um diesen Automatismus zu durchbrechen arbeitet Gregorison seit über zwei Jahrzehnten mit Führungsteams an einer Methode.
00:04:17: Er nennt sie den Question Burst.
00:04:19: Ah, die Fragen-Explosion.
00:04:21: Das ist genau die dreiminutige Intervention von der ich ganz am Anfang gesprochen habe oder?
00:04:25: Ganz genau die
00:04:26: Stellen uns das mal vor.
00:04:27: Ein Team steckt fest Die Umsätze in einer Sparte brechen ein Niemand weiß weiter Alle drehen sich im Kreis.
00:04:33: Wie läuft das dann in der Praxis ab?
00:04:35: Das ist ein harter, fast schon schmerzhafter Schnitt.
00:04:41: Der Leiter unterbricht die Diskussion und stellt einen Timer auf drei oder vier Minuten.
00:04:47: Und für die Dauer dieses Timers gibt es nur eine einzige eiserne Regel.
00:04:51: Das Team darf ausschließlich Fragen zu der Herausforderung formulieren.
00:04:56: Keine Ausnahmen!
00:04:57: keine Ausnahmen.
00:04:58: Es gibt keine Erklärungen vorab, es gibt keine Antworten auf die gestellten Fragen danach und vor allem keine Rechtfertigungen.
00:05:06: Jemand wirft eine kurze prägnante Frage in den Raum und der Nächste wirft sofort die nächste
00:05:10: hinterher.".
00:05:11: Weißt du mich?
00:05:12: eindert das total an eine Schneekugel?
00:05:14: Wie meinen Sie das?
00:05:15: Na ja wenn ein Team wochenlang an einem Problem laboriert dann frieren die Meinungen doch irgendwie ein.
00:05:21: Die Landschaft in der Kugel ist erstart Abzahlung A gibt Abteilung B die Schuld, die Budgets sind star.
00:05:28: Ah, verstehe!
00:05:29: Die Problemdefinition steht unverrückbar fest.
00:05:32: und dieser Question-Verst bei dem ja niemand sofort eine Verteidigung aufbauen darf der schüttelt diese Kugel massiv durch.
00:05:39: Das ist ein fantastisches Bild...
00:05:41: ...die Fragen wirbeln diese ganzen festgefahrenen Annahmen wie Schnee auf.
00:05:46: man zwingt das Team die Landschaft für drei Minuten durch diesen dichten Flockenwirbel zu betrachten
00:05:51: Genau.
00:05:52: Und erst wenn der Timer abläuft, lässt man die Vorgefertigten Lösungen sich widersetzen und schaut dann wie sich die Landschaft verändert hat.
00:06:01: Diese Metapher passt doch perfekt zum Reframing oder?
00:06:04: Absolut!
00:06:05: Man reist den alten Rahmen um das Problem komplett ein – und die Daten aus dem MIT-Untersuchung belegen die Wucht davon sehr eindrücklich.
00:06:14: Was sagen die Zahlen genau?
00:06:15: In eighty-fünf Prozent der Fälle führt diese kurze Übung dazu, dass das Problem von dem Beteiligten im Anschluss völlig neu definiert wird.
00:06:25: eighty-five Prozent?
00:06:27: Wow!
00:06:28: Ja, plötzlich geht es dann nicht mehr um wie senken wir die Logistikkosten sondern vielleicht eher um warum versprechen wir Kunden eigentlich Lieferzeiten, die unsere Marge komplett auffressen?
00:06:39: Das ist ein massiver Unterschied.
00:06:41: Die emotionale Frustration weicht dann wahrscheinlich auch einer neuen intellektuellen Energie.
00:06:46: Richtig, und das bringt uns zu einer weiteren extrem spannenden Kennzahl aus der Studie.
00:06:52: Schießen Sie los!
00:06:53: In neunundachzig Prozent der Fälle verbessert sich die psychologische Sicherheit im Team massiv wenn man diese Übung gemeinsam macht.
00:07:01: Neunundachtzig Prozent?
00:07:02: Das ergibt aber total Sinn weil der ganze Performance Druck verschwindet.
00:07:06: Genau
00:07:08: Ich meine, in einem normalen Meeting dominiert doch meistens derjenige, der am schnellsten die intelligenteste Lösung parat hat.
00:07:15: Es ist so ein, naja... Ein Wettbewerb der Gewissheiten!
00:07:18: Sehr gut gesagt!
00:07:20: Wer eine Frage stellt offenbart ja Unwissenheit und macht sich angreifbar.
00:07:24: Aber wenn die Regel lautet nur Fragen keine Antworten wird Unwischenheit plötzlich zur kollektiven Waffe?
00:07:31: Mhm.
00:07:31: Ich kann mich mit einer wilden Frage nicht blamieren weil ohnehin niemand erwartet das ich die Lösung kenne.
00:07:37: Die Neugede wird systematisch geschützt.
00:07:39: Und genau das ist der Kern menschlicher Innovationskraft,
00:07:43: aber...
00:07:44: und hier stehen wir jetzt vor einem massiven konzeptionellen Spannungsfeld!
00:07:49: Okay, jetzt kommt die KI ins Spiel?
00:07:51: Genau Wir haben gerade etabliert, dass der Question-Burst so gut funktioniert?
00:07:55: Weil er radikal menschlich ist.
00:07:57: Er basiert auf Verletzlichkeit und dem Eingeständnis von Nichtwissen.
00:08:02: Ja – und auf dem Ausschalten von vorschnellen Antworten!
00:08:05: Wenn der Erfolg also darauf beruht das wir den Druck rausnehmen immer die perfekte Antwort zu haben dann klingt es doch nach einer absolut katastrophalen Idee da jetzt eine allwissende KI einzubauen.
00:08:16: Das denkt man zuerst
00:08:18: Das würde diese mühsam aufgebaute psychologische Sicherheit doch sofort widersprengen.
00:08:23: Die Maschine liefert die Antworten ja noch viel dominanter als der lauteste Kollege im
00:08:27: Raum.".
00:08:27: Dieser Einwand ist völlig logisch und das auch exakt der Grund, warum Gregor Sinn die KI nicht einfach als so ein unregulierten Teilnehmer in den Raum geworfen hat!
00:08:37: Wie hat er es dann gelöst?
00:08:44: Er hat ein spezifisches Chat-GPT Modell entwickelt, das den Prozess moderiert ohne ihn zu dominieren.
00:08:52: Okay wie ist es strukturiert?
00:08:54: Es sind vier Stufen Erstens Definition der echten Herausforderung.
00:09:00: Zweitens Brainstorming der Fragen.
00:09:03: Drittens Identifikation von Einsichten.
00:09:06: Und viertens die nächsten Schritte.
00:09:07: Lassen Sie uns mal direkt bei der ersten Stufe ansetzen Der Definition.
00:09:12: Wie sorgt die KI denn dafür, dass wir nicht sofort wieder kognitiv bequem werden?
00:09:17: Sie zwingt uns zur Kontextarbeit in dem sie als intellektueller Spiegel fungiert.
00:09:23: Stellen Sie sich vor, Sie geben dem System Ihr vermeintliches Problem!
00:09:27: Wir müssen unsere Time-to-Market für Softwarefeatures um zwanzig Prozent verkürzen.
00:09:31: Okay, wenn ich das ins normale ChatGPT eingebe, kriege ich sofort zehn Best Practice Methoden für agiles Management.
00:09:37: Ganz
00:09:37: genau!
00:09:38: Aber Gregasens Modell ist darauf trainiert dieses Problem einem Stresstest zu unterziehen.
00:09:44: Es feuert Rückfragen ab.
00:09:46: Was für Rückfragen?
00:09:47: So was wie... Auf welcher Grundlage nehmen Sie überhaupt an, dass die Geschwindigkeit das Hauptproblem ist und nicht etwa die Relevanz der Features für den Kunden?
00:09:57: Ah ok.
00:09:57: Oder welche Kompromisse bei der Qualität sind sie eigentlich bereit einzugehen um diese zwanzig Prozent zu erreichen?
00:10:04: Die KI agiert also wie ein extrem hartnäckiger Coach!
00:10:07: Sie blockiert quasi meinen Impuls sofort loszurennen.
00:10:10: Richtig.
00:10:11: Sie zwingt mich stattdessen meine eigenen blinden Flecken in der Problemdefinition anzuschauen.
00:10:15: Das ist doch eine absolute Kernkompetenz von Führung herauszuarbeiten, welches Problem wir überhaupt lösen bevor wir Ressourcen verfeuern.
00:10:21: Exakt!
00:10:22: Und wenn das Problem durch diese Rückfragen sauber isoliert ist, gehen wir in Stufe zwei – das eigentliche Brainstorming der Fragen.
00:10:29: Aber da lauert doch wieder ne Gefahr.
00:10:32: Wenn ich das System jetzt anweise mir mal eben fünfzig cleverer Fragen zu meinem Problem zu generieren lehne ich mich doch wieder zurück
00:10:39: und genau deshalb greift hier das Human First Prinzip absolut eisern.
00:10:44: Der Mensch muss zwingend den ersten Schritt machen.
00:10:47: Aha!
00:10:47: Sie müssen sich selbst dieser intellektuellen Reibung aussetzen und anfangen, den Status quo in Frage zu stellen.
00:10:54: Das System achtet anfangs nur auf die Regeln.
00:10:56: Keine Lösungen keine Erklärungen.
00:10:58: Okay.
00:10:59: aber was ist wenn uns die Luft ausgeht?
00:11:01: Dann kommt eine faszinierende Erweiterung ins Spiel Die Gregerson am MIT demonstriert hat.
00:11:07: Sobald der menschliche Ideenfluss stockt kann man sogenannte KI-Personas zuschalten.
00:11:12: Personas Das müssen wir detailliert durchspielen.
00:11:15: Wie genau mischt sich so eine KI-Personer dann ein?
00:11:18: Sie
00:11:19: können die KI anweisen, die Perspektive einer völlig fachfremden Disziplin einzunehmen.
00:11:25: Bleiben wir mal bei Ihrem Problem mit der Softwareentwicklung!
00:11:29: Betrachte dieses Problem aus der Sicht eines Evolutionsbiologen.
00:11:33: Okay, das ist wild!
00:11:34: Was fragt ein Evolutions-Biologe zur Softwareentwicklung?
00:11:37: Die Persona wirft dann Fragen in den Raum wie Welche Teile eures Codes sind eigentlich am anpassungsfähigsten an plötzliche Veränderungen in der Umwelt eurer Nutzer?
00:11:45: Krass.
00:11:46: Oder Sie wählen die Persona eines Jazzmusikers Der fragt vielleicht Wo in eurem Entwicklungsprozess gibt es Raum für strukturierte Improvisation?
00:11:56: wenn der ursprüngliche Plan scheitert
00:11:58: provoziert natürlich völlig neue Gedankengänge.
00:12:02: Aber da muss ich jetzt kritisch reingredschen und die Prämisse unseres Deep Dives verteidigen, um mir extrem kreative Out of the Box-Fragen auf dem Silbertablet zu servieren, dann lagere ich doch exakt die Neugierde aus, die ich trainieren
00:12:18: sollte.".
00:12:18: Ein sehr fairer Punkt!
00:12:20: Das ist doch nur Bequemlichkeit in einem neuen Gewand oder?
00:12:22: Nicht?!
00:12:23: Das ist tatsächlich der kritischste Punkt der gesamten Debatte.
00:12:26: Um diesen scheinbaren Widerspruch aufzulösen, müssen wir gedanklich ganz strikt zwischen Ersetzung und Erweiterung trennen.
00:12:32: Okay, erklären Sie das?
00:12:34: Wenn sie die KI bitten, Ihnen eine Liste von Fragen zu geben einfach um sich das Nachdenken zu ersparen – das ist Ersetzungen!
00:12:41: Da verkümmert Ihr Fragemuskel.
00:12:43: Mhm.
00:12:43: Wenn Sie diese KI-Personas aber einsetzen wenn Sie schon selbst tief im Problem stecken dann sprechen wir von einer massiven kognitiven Erweitarung.
00:12:52: Wo genau verleuchtert in der Praxis die Grenze?
00:12:54: Diese KI-Personas funktionieren wie intellektuelle Hebel.
00:12:59: Sie leuchten tote Winkel aus, die sie aufgrund ihrer eigenen professionellen Deformation, ihrer jahrelangen Branchenerfahrung schlichtweg nicht mehr sehen können.
00:13:07: Klar
00:13:08: man wird betriebsblind!
00:13:09: Eben Die Maschine generiert in Sekunden dreißig teilweise absurde, teilweise brillante Fragen aus der Sicht eines Biologen.
00:13:18: aber jetzt kommt der entscheidende Wendepunkt
00:13:20: Welcher?
00:13:21: Die KI hat absolut kein Verständnis für ihren spezifischen unternehmerischem Kontext.
00:13:27: Sie kennt nicht die Budgetrestriktion für dieses Quartal, sie weiß nichts von den verborgenen politischen Machtkämpfen zwischen Vertrieb und Marketing, sie spürt nicht die Angst der Belegschaft vor der nächsten Umstrukturierung...
00:13:38: Das heißt, die KI wirft mir eigentlich nur einen gigantischen Haufen an Rohmaterial vor die Füße – unzählige Variablen!
00:13:46: Aber Sie kann mir unmöglich sagen, welche dieser Fragen tatsächlich den strategischen Nerv meines eigenen Unternehmens trifft.
00:13:54: Ganz genau!
00:13:55: Die intellektuelle Schwerstarbeit verschwindet also nicht – sie verlagert sich lediglich.
00:14:00: Sie liegt nicht mehr darin, mühsam jede Frage aus dem Nichts zu erschaffen …
00:14:04: sondern in der Bewertung.
00:14:06: Richtig….
00:14:07: die wahre Führungsleistung besteht in der Bewährtung und Auswahl.
00:14:11: Es braucht immenses Irrteilsvermögen tiefes Kontextwissen und Weitblick, um aus diesem Rauschen die eine absolut entscheidende Frage herauszufiltern.
00:14:21: Das ist dann der Hebel, der das Team weiterbringt?
00:14:23: Das sind dann Stufe drei und vier des Modells oder ein Sichten extra Hirn- und Handlungen ableiten.
00:14:29: Exakt!
00:14:30: Weißt du, dass zeichnet für mich ein völlig neues Profil von exzellenter Führung.
00:14:35: Wenn die analytische Lösungsfindung durch Technologie in Sekunden erledigt wird verschiebt sich doch die Kernaufgabe eines Managers.
00:14:43: Wie würden Sie das Profil beschreiben?
00:14:45: Es
00:14:45: geht einfach nicht mehr darum, der klügste Problemlöser im Raum zu sein.
00:14:49: Der Manager der Zukunft ist vielmehr ein Kontextarchitekt.
00:14:53: Er baut den Rahmen in dem Probleme überhaupt erst richtig verstanden werden!
00:14:56: Die MIT-Slowen-Diskussion bringt genau das Präzise auf den Punkt – dort wurden die unersetzlichen menschlichen Fähigkeiten distilliert, die jetzt massiv an Wert gewinnen...
00:15:08: Was sind das für
00:15:08: Fähigkeiten?!
00:15:09: Es sind Eigenschaften, die eine Maschine eben nicht simulieren kann.
00:15:13: Kritisches Denken, strategisches Urteilsvermögen, Empathie und der vielzitierte gesunde Menschenverstand.
00:15:19: Gesunde Menschen Verstand klingt immer so banal finde ich?
00:15:22: Dabei ist er in Rücklichkeit extrem komplex!
00:15:25: Absolut!
00:15:26: Es ist die Fähigkeit Informationen physisch und sozial zu verorten.
00:15:30: Eine KI kann mir hundert Strategien berechnen wie ich eine Abteilung effizienter mache Aber mein Menschenverstand sagt mir, hey ich kann Strategie C nicht anwenden weil der Abteilungsleiter gestern gekündigt hat und das Team gerade extreme Führungslosigkeit spürt.
00:15:43: Ein perfektes Beispiel!
00:15:45: Die KI arbeitet im loft leeren Raum der Daten.
00:15:48: Der Mensch arbeitet in der chaotischen Realität der sozialen Dynamiken.
00:15:52: um es auf eine klare Formel zu bringen die Technologie liefert uns in nie da gewesener Geschwindigkeit endlose Varianten und Perspektiven aber der Mensch liefert die Werte das ethische Fundament und die letztliche Richtung.
00:16:07: Die KI ist in diesem Zusammenspiel bestenfalls ein leistungsstarker Spiegel für unser eigenes Denken.
00:16:11: Genau so ist es!
00:16:13: Wenn wir diese ganzen Fäden jetzt mal zusammenziehen, wird für mich eines sehr deutlich.
00:16:18: Führung wird durch generative KI keineswegs überflüssig – im Gegenteil sie wird deutlich anspruchsvoller.
00:16:25: Wer diese Werkzeuge wirklich meistert nutzt Sie nicht als glorifizierte Suchmaschine für schnelle bequeme Auswege.
00:16:32: Er nutzt sie als intellektuellen Sparringspartner, um Schwachstellen in den eigenen Annahmen aufzudecken, robustere Pläne zu schmieden und viel weitreichendere Fragen zu stellen.
00:16:42: Und das führt uns direkt zu einer zentralen fast philosophischen Beobachtung von Hal Greggersen – eine Frage die jeder der heute Verantwortung trägt für sich selbst reflektieren muss!
00:16:52: Wie lautet Sie?
00:17:00: Oder bei Default.
00:17:01: Also verändern wir uns ganz bewusst und zielgerichtet bei Design oder geschieht diese Veränderung automatisch, schleichend und unbemerkt bei Defold?
00:17:11: Das ist die absolute Gretchenfrage!
00:17:14: Wenn Führungskräfte KI unreflektiert nutzen – wenn sie aus Zeitdruck jede strategische Vorarbeit an die Maschine abgeben dann wird ihre eigene Neugier langsam aber unvermeidlich verkümmern.
00:17:26: Das wäre der kognitive Abbau durch Nichtgebrauch Also bei Default.
00:17:31: Genau, wenn sie diese Systeme jedoch ganz bewusst intensional als Instrumente zur Wahrheitsfindung und zur Erweiterung der eigenen Perspektive nutzen dann wachsen diese menschlichen Fähigkeiten.
00:17:43: das ist die Entwicklung bei Design.
00:17:45: Die Zukunft exzellenter Führungen entscheidet sich also schlichtweg daran wie bewusst wir diese Werkzeuge in unsere Denkprozesse einbauen.
00:17:53: Wir entscheiden selbst, ob wir kognitiv bequem werden oder ob wir unsere intellektuelle Reichweite vergrößern.
00:18:00: Besser kann man es nicht zusammenfassen!
00:18:02: Damit möchten wir sie heute aber nicht nur mit theoretischen Konzepten entlassen – wir haben eine kleine sehr konkrete Aufgabe für ihren Management-Alltag mitgebracht.
00:18:10: Da bin ich gespannt!
00:18:11: Versuchen Sie bei der nächsten Gelegenheit einfach mal Folgendes….
00:18:15: Wenn Sie in einem Meeting sitzen das scheinbar komplett festgefahren ist, indem alle Lösungsansätze ins Leere laufen Stoppen Sie die Diskussion.
00:18:24: Einfach abbrechen?
00:18:25: Einfach die Suche nach der schnellen Antwort abbrechnen!
00:18:28: Nehmen sie sich als Team exakt drei Minuten Zeit für einen Question-Burst.
00:18:33: Die Regeln kennen Sie ja nun, keine Erklärungen vorab, keine Antworten danach und absolut keine Lösungsvorschläge Nur
00:18:40: Fragen
00:18:41: Nur kurze knackige Fragen zu dem Problem das auf den Tisch legt.
00:18:45: Beobachten Sie sehr genau was in diesen drei Minuten im Raum passiert.
00:18:49: Achten Sie darauf, wie sich die Dynamik verändert und wie die psychologische Sicherheit steigt wenn der Druck zur Lösungsfindung mal abfällt.
00:18:57: Das ist ein tolles Experiment!
00:18:59: Sie werden wirklich überrascht sein, wie eine völlig neue Problemdefinition den Weg für Innovation freimachen kann.
00:19:06: Und während sie das in den nächsten Tagen ausprobieren möchte ich Ihnen noch einen letzten Gedanken mitgeben etwas dass wir bisher noch gar nicht beleuchtet haben.
00:19:16: was passiert eigentlich in ein paar Jahren Wenn die KI sich so rasant weiterentwickelt, dass sie irgendwann nicht nur perfekte Antworten liefert sondern auch lernt den Kontextautonom zu verstehen und von sich aus die perfekten strategischen Fragen zu stellen.
00:19:29: Eine berechtigte Sorge.
00:19:31: Was bleibt uns dann überhaupt noch?
00:19:34: Naja vielleicht wird die allerletzte rein menschliche Kernkompetenz weder das Beantworten noch das Fragenstellen sein.
00:19:41: Vielleicht ist die letzte unersetzliche Eigenschaft schlichtweg unsere Intention
00:19:46: Der menschlich Wille
00:19:48: Genau, der nackte menschliche Wille eine bestimmte Zukunft überhaupt erschaffen zu wollen.
00:19:54: Die Entscheidung welches Problem es überhaupt wert ist gelöst zu werden.
00:19:58: Eine Maschine hat kein eigenes Verlangen die Welt zu verändern.
00:20:01: Richtig!
00:20:02: Sie hat keine Vision.
00:20:04: Das bleibt allen technologischen Springen zum Trotz ganz allein unsere menschlicher Aufgabe.
00:20:09: Im Namen von KI-Vordenker und Dr.
00:20:11: Peter Schopf danke ich Ihnen sehr herzlich für Ihre Zeit und Ihr Interesse an dieser analytischen Betrachtung.
00:20:16: Behalten
00:20:17: Sie stets Ihren strategischen Kontext im Blick.
00:20:20: Auf Wiederhören!
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